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Harvard-Professor vs. US-Musikindustrie

Ausgestellt am Dezember 3rd, 2008 vom

Mindestens 12.000,00 USD verlangt der Verband der US-Musikindustrie RIAA von einem Studenten, der in Tauschbörsen vor vier Jahren insgesamt 816 Songs eingestellt hat. Gestützt auf ein Gesetz, das für jeden Fall einer bewußten Verletzung sogar 150.000,00 USD Schadensersatz vorsieht, könnte dem jungen Mann noch eine deutlich höhere Forderung drohen, nämlich eine in Milionenhöhe. Ein renommierter Harvard-Professor soll nun helfen…

SPIEGEL ONLINE berichtet:

Die Musikindustrie in den USA hat seit 2003 Tausende von Teilnehmern an Musiktauschbörsen im Internet mit Klagen überzogen und so den “Song-Swappern” das Geld aus der Tasche gezogen. Jetzt ist ein Harvard-Professor zum Gegenangriff angetreten: Charles Nesson kämpft gegen die gesetzliche Grundlage für die Klagewelle.

Der 69-jährige Jurist ist nicht irgendwer. 1971 verteidigte er Daniel Ellsberg im Prozess um die Veröffentlichung geheimer Pentagon-Dokumente zum Vietnamkrieg. Und in den 80er Jahren beriet er die Kläger in einem Prozess wegen Asbestvergiftung, der dem Film “Zivilprozess” (A Civil Action) mit John Travolta als Vorlage diente. Inzwischen hat er sich als Gründer von Harvards Berkman Center for Internet and Society auch einen Namen im Internet-Recht gemacht.

Der Anfrage eines Bundesrichters in Boston folgend vertritt Nesson jetzt den 24-jährigen Studenten Joel Tannenbaum, der wie mehr als 30.000 andere vom Verband der US-Musikindustrie (RIAA) verklagt wurde. Fast alle diese Fälle wurden ohne Gerichtsurteil beigelegt – die Beschuldigten scheuen die hohen Anwalts- und Gerichtskosten.

 
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